Zeitung der Präfektur Yamanashi, 03.04.2010:

„Zwei Deutsche Herren polieren ihre Techniken in den alten Kriegskünsten – es unterweist der höchste Meister“

„Fujiyoshida“

Foto: Michael Stapel (Mitte) und Carsten Schroeder (rechts) erhalten eine Unterweisung in den alten Kriegskünsten (Fujiyoshida, Shimoyoshida Community-Center)

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Um die in Japan überlieferten Kampfkünste zu lernen, kamen zwei Deutsche Herren in die Präfektur, wo sie in der Stadt Fujiyoshida seit dem 29.03.2010 Unterweisung erhalten. Die Kriegskünste sind sehr beliebt, in Europa breitet sich in vielen Dōjō der Unterricht „selbstentwickelter“ Stile aus, so dass die Nachfolge für die alten Techniken schwierig wird.

Beide sind begeistert und wollen den geschichtlichen und kulturellen Hintergrund der Kriegskünste erfahren und die Techniken meistern. Die Besucher sind Herr Michael Stapel (51 Jahre) und Herr Carsten Schroeder (42 Jahre), die in Deutschland ihr eigenes Dōjō gegründet haben.

Seit Herr Stapel vor 15 Jahren den Oberschullehrer aus Fuji-Kawaguchi und höchsten Jūjutsu-Lehrer Shihan Jun Osano, der ihm von einem Bekannten vorgestellt wurde, kennengelent und um Unterweisung gebeten hat, besteht dieser Austausch fort.

Im Mittelpunkt des Studiums, welches am 29.03.2010 im Shimoyoshida Community-Center in Fujiyoshida begonnen hat, stehen Schwertkampf (Iai) und Jūjutsu. Beide erhalten von Shihan Osano detaillierte Anweisungen über die Geschwindigkeit der Schritte und Bewegungen, sowie Winkel und Stellungen.

„An der Körperhaltung, über die man versucht, die Formen der echten Kriegskünste zu erwerben, spürt man den starken Willen der beiden“, würdigt Shihan Osano, der seit Beginn des Austauschs jährlich einmal nach Deutschland zum Unterrichten kommt. „In den Kriegskünsten wird die Technik im Laufe der Jahre poliert, man kann sich das ganze Leben lang damit auseinandersetzen. Darin scheinen die beiden den Reiz zu fühlen. “

Der Aufenthalt der beiden dauert bis zum 03.04.2010. Herr Stapel sagt: „ich möchte mich selbst durch das Verinnerlichen der alten Techniken und Theorien verbessern und diese dann fleißig an meine Schüler weitergeben.“


Zeitung der Präfektur Hiroshima, 28.03.2010:

„Jūjutsu der Edo-Zeit durch Training in Übersee“

„der Deutsche Herr Schroeder“

Foto: Herr Schroeder lernt eine Grundtechnik von Herrn Kubo (links)

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Um das seit der Edo-Zeit in Sakamachi weitergegebene Jūjutsu der Shibukawaichi Ryū zu lernen, besuchte am 27. März der Deutsche Carsten Schroeder die Stadt. Er erhielt Unterweisung vom Lehrer des Dōjō der städtischen Sporthalle, Herrn Kubo Toshiyuki (87 Jahre).

Herr Schroeder ist ein Jūjutsu-Lehrer aus Berlin, wo er sein Dōjō gegründet hat. Einmal im Jahr besucht er den Jūjutsu-Meister und Oberschullehrer Osano Jun (50 Jahre, Yamanashi Präfektur, Fujiyoshida), um bei diesem zu lernen.

Da Shihan Osano 1986 selbst Shibukawaichi Ryū gelernt hat, kommen sie an diesem Tag gemeinsam. In der Gebetshalle des Hachiman Yama Hachiman Jinja weicht Herr Schroeder den Stößen seines Gegners aus, kontert und lernt die 27 verschiedenen Grundtechniken. „Es ist eine Ehre diese Techniken zu lernen zu dürfen. Ich möchte sie meinen Schülern beibringen“ sagt er voller Eifer.

Sakamachi ist die Wiege der Shibukawaichi Ryū und stellt Selbstverteidigung durch Techniken des Aufnehmens und Ableitens der Angriffe in den Mittelpunkt. Sensei Kubo unterrichtet jede Woche Samstagabends in der städtischen Sporthalle.